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4. ebXML Business Processes
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sein und drücken aus, welche Position ein Geschäftspartner innerhalb einer Collaboration
einnimmt. Die Rollen tauschen im Rahmen von Geschäftstransaktionen Informationen aus.
Dabei besteht jede Geschäftstransaktionen aus einem oder zwei vordefinierten Dokumenten-
flüssen. Die Reihenfolge, in der Geschäftstransaktionen abzuarbeiten sind, wird durch Choreo-
graphien definiert. Die einzelnen Begri®e werden im folgendenden nochmals näher beleuchtet:
1. Business Collaboration
Eine Collaboration ist eine Menge von Geschäftstransaktionen und bildet dadurch einen
unternehmensübergreifenden Geschäftsprozess ab. Jeder Geschäftspartner nimmt min-
destens eine Rolle in einer Collaboration ein. Es gibt zwei Arten von Collaborations:
² Binary Collaborations: es nehmen zwei Geschäftspartner teil.
² Multiparty Collaborations: es nehmen mehr als zwei Geschäftspartner teil. Multi-
party Collaborations werden aus Binary Collaborationszusammengesetzt.
Binary Collaborations werden aus einer Menge von Geschäftsaktivitäten zusammenge-
setzt. Eine Geschäftsaktivität kann dabei entweder ein Geschäftsprozess sein (in diesem
Sinne ist die Aktivität atomar) oder eine andere Binary Collaboration. Mit dieser De-
finition wird Wiederverwendung von Collaborations erst möglich.
Beispiel: Ein Beispiel für eine Collaboration wäre ein Bestellvorgang.
2. Geschäftstransaktion
Eine Geschäftstransaktion ist atomar (in dem Sinne, dass sie nicht mehr inUnter-
Geschäftstransaktionen unterteilt werden kann) und wird zwischen zwei Partnern im
gegensätzlichen Rollen ausgeführt (z. B. Käufer und Verkäufer). Im Allgemeinen sind
diese Rollen als anfordernde und antwortende Rolle zu charakterisieren.
Ein weiteres Merkmal von Geschäftstransaktionen ist, dass sie auch imDatenbank-
sinne atomar sind, d. h. sie können nur als Ganzes entweder erfolgreich sein oder
fehlschlagen.
Beispiel: Ist die Collaboration eine Bestellung, so könnten zugehörige Geschäftstrans-
aktionen die Bestellung an sich, die Lieferung, die Zahlung sein.
3. Dokumentenfluss
Ein Dokumentenfluss ist die Realisierung einer Transaktion in Form von Dokumenten,
die die Geschäftspartner untereinander austauschen. Dabei gibt es immer einRequest-
Dokument und optional, falls eine Antwort notwendig ist, auch einResponse-Dokument.
Die Dokumente selbst werden über ebXML Core Components definiert. Es ist allerdings
auch möglich, die Dokumente anders (auch als nicht-XML-Dokumente) zu definieren.
4. Choreographie
Die Choreographie defniert die Reihenfolge von Geschäftstransaktionen innerhalb einer
Binary Collaboration. In der UML-Ansicht von ebXML-Business-Processes würde man
die Choreographie als Aktivitätsdiagramm (welches einen endlichen Zustandsautomaten
modelliert) darstellen.
Im Rahmen der Choreographie ist es nicht nur möglich, eine reine sequentielle Reihen-
folge festzulegen, sondern über sogenannte Guards (Wächter) können auch bedingte
Zustandsübergänge definiert werden.
Jörn Gersdorf
Seminar WWW und Datenbanken
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