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| CodeArt: Eine elementare Einführung in die Programmierung als künstlerische Praktik (Ästhetik und Naturwissenschaften / Medienkultur) von ,
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ein Buch, das man lange gesucht hat
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Rezension bezieht sich auf: CodeArt: Eine elementare Einführung in die Programmierung als künstlerische Praktik (Ästhetik und Naturwissenschaften / Medienkultur) (Taschenbuch) Das Buch füllt eine Lücke in der Literatur zur programmierten Kunst. Als praktizierende Künstlerin und als Lehrende an einer Hochschule suchte ich seit Jahren nach Literatur, die geeignet ist, junge Menschen an die programmierte Kunst heranzuführen, indem sie die philosophischen Aspekte des abstrahierenden, synthetischen Arbeitens in einen historischen Kontext stellt und gleichzeitig die Problematiken beleuchtet, die auftreten, wenn Software Art Produkte sich in einer komplexen Wirklichkeit behaupten müssen. Viele von Medientheoretikern geschriebene Bücher offenbaren schnell Defizite in der Kenntnis von Datenstrukturen und Datenverarbeitung. Statt dessen las man (vorrangig in den 90ern) entweder inflationäre Überinterpretationen von Kunstwerken mit Computern oder man sieht sich (heute eher) einer Technikfeindlichkeit gegenüber, deren Hauptzielrichtung es ist, sich von einer Gesellschaftsgruppe zu distanzieren, die angeblich ausschließlich für die Hervorbringung dieser Maschinen verantwortlich ist, ganz als wäre der Artefakt Maschine nicht auch Teil unserer kulturellen Entwicklung. Aus dieser Perspektive erschöpft sich Software Art nur noch in der Dekonstruktion vorhandener, kommerzieller Spiele und Computerprogramme. Die Problematiken der Konstruktion von Wirklichkeiten, so wie sie der Software Art eigen sind, werden dann nur kritisierend, nicht aber aus der Position des eigenverantwortlich Handelnden erörtert. Code@Art leistet hier eine wertvolle Hilfe, denn die Darstellung der Geschichte der Rechenmaschine erlaubt es, einen (nicht modischen Strömungen unterworfenen) Überblick zu gewinnen über die Entwicklung des Artefakts Maschine und erlaubt es die sozialen Veränderungen zu erkennen, die mit ihrem Entwurf einhergingen.
Das Buch stellt die Maschine als ein faszinierendes Produkt menschlichen Denkens vor, das manchmal garnicht so zweckmäßig ist, wie es aussieht, sondern ebenso aus einem Konglomerat von Religion, Phantasmen, aber auch Verdrängung und Überfluss entstanden ist. Es arbeitet aus der so scheinbar kühlen Technik genau die Aspekte heraus, die es uns Künstlern möglich machen, unser Denken in einen Dialog oder gar eine Kooperation mit der Informatik treten zu lassen. Ob man sich nun dafür entscheidet, Java zu lernen oder lieber eine andere Sprache bevorzugt: die Ressourcen im Buch stellen ein sehr dankbares Framework dar, das einen Einstieg und ein tiefes Verständnis ermöglicht in die höheren Programmiersprachen. Die Beispiele tragen über kleine, sichtbare bzw. hörbare Effekte der Anforderung Rechnung, dass sie visuell geprägte Menschen interessieren können. Und es gibt Ausblicke in die Bereiche, in welchen man virtuelle Dinge produzieren kann, die es vor der Zeit des Computers nicht gegeben hat: die künstliche Intelligenz, künstliches Leben oder maschinelles Lernen. Dabei verzichtet das Buch nicht darauf, auf die erkenntnistheoretischen Grenzen solcher Verfahren hinzuweisen, aber umgekehrt auch die kreativen Chancen erahnbar macht.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 12. November 2005 | | |
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